Warum Kalendersprüche wütend machen (können)?

Eben schickte mir eine Freundin eine SMS mit der Frage „Was sind Küchenkalendersprüche?“ Darauf hin ergab sich ein interessantes Telefonat, was ich hier zusammen fassen möchte.

Kalendersprüche sind sehr allgemeine Aussagen zu Lebensthemen, die meist mit einem hübschen Bild auf Kalendern, Motivationspostern und in Facebook auftauchen. Es sind sprüche wie

„In der Ruhe liegt die Kraft.“
„Wahre Schönheit kommt von innen.“
oder auch
„Erfolg ist 10% Inspiration und 90% Transpiration.“

Mit hübschen Bild können sie durchaus erheiternd, bestärkend oder motivierend wirken. Kalendersprüche sind meist so allgemein, dass man zu ihnen einfach nur „Ja“ sagen kann, wenn sie der eigenen Lebensphilosophie entsprechen.

Warum können diese tollen Weisheiten also wütend machen?

Weil Menschen gehört und nicht belehrt werden wollen. Wenn dir jemand sein Leid klagt und du entgegnest eine allgemeine Floskel, kommt beim anderen sehr oft so ähnliches an:
„Ich will dir nicht weiter zuhören.
Ich weiß eh, was mit dir los ist.
Hier hast du eine einzeilige Lösung für das Problem.
Dumm von dir, dass du das nicht weißt.“

Das ist unabhängig davon wie gut die Aussage gemeint war.

Wenn du öfters die Erfahrung machst, dass Menschen auf deine Weisheiten eher gereizt als dankbar reagieren, probiere das nächste mal folgendes aus.

  • Fasse in deinen eigenen Worten zusammen, was du von deinem Gegenüber gehört hast.
  • Frage, ob du ihn oder sie richtig verstanden hast.
  • Frage, ob ob er oder sie deine Meinung dazu hören möchte.

Allein die Frage, ob dein Gegenüber deine Meinung hören möchte, erhört die Wahrscheinlichkeit enorm, dass er oder sie dir auch zuhört.

Wer dir sein Leid klagt, will keinen Kalenderspruch hören.

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2 Gedanken zu „Warum Kalendersprüche wütend machen (können)?

  1. Liebe Gerlinde,

    wann ich dich höre/sehe, nehme ich auch “die Wut” gut wahr 🙂 Auch das Leiden, daß du “irgendwann” erlebt hast und auch das du eifrig dran arbeitest es zu recyclen in Liebe :).

    Mütterlichkeit und Väterlichkeit sind zwei Liebesqualitäten (Lebensqualitäten), die wir als Menschen “erst besser” zu entwickeln haben. Wir haben uns da mit viel Transpiration 🙂 hinein zu lassen, um diese (bedingungslos) liebend zu entwickeln.

    Danke das du dafür dich auch “freiwillig gemeldet” hast. Wie bei den technischen Errungenschaften haben wir dies anzugehen, mit ähnlichem Einsatz, Ausdauer, Durchhaltevermögen und Authenzität. Welcome an board!

    Und übrigens, daß ein Kleinkind gehört werden will, fairsteh ich nur allzu gut. Wohlweislich will es weniger gehört – als sich sicher fühlen, daß das was es gerade “durchlebt – durchfühlt – durchleidet” okay ist. Dafür bedarf es ein mitfühlendes präsentes Dasein und eine individuelle situative Handlung (in die Arme nehmen etc.)

    Das ist nur leicht gesagt – mitgeteilt. Wie komme ich in einen solchen Zustand – in eine solche “innere Haltung”?

    Bisher gelang das Einzelnen. Und das ist Schwerarbeit wie eine Erfindung zu realisieren. Das das ein gruppendynamisches – gesellschaftliches Ausmaß annimmt, da sind wir “wahrscheinlich” alle erst grad dran, dies zu entwickeln. Uns zu entwickeln.

    Wir “Erwachsenen” (Jugendlichen aufwärts) haben dies teilweise erst zu lernen/sich auf sich einzulassen und sich zu zuhören, mitfühlend zu sein und sich endlich selbst zu lieben anstatt dauernd dies von anderen zu fordern.

    Manche Küchenkalendersprüche sind eben “für Erwachsene” der klare Hinweis, daß ich mich zu ändern habe. Z.B. “in meiner Lebensphilosophie” – die ja wahrscheinlich noch von anderen gefärbt ist – sozusagen sind da noch viele Fremdphilosophien dabei.

    Kurz um, wer vielen sein Leid klagt(e), gibt denen, die “für sein Leid verantwortlich sein sollen” sprich für seine momentanen Lebensaufgaben “die Schuld”. Und die, die “wir anklagen”, werden daher JETZT weder in ihrem “alten” Schmerz, Überforderung noch Nein gehört und somit geht das Missachten weiter.

    Mama und Papa sind Rollen, die wir seit Jahrtausenden (oder länger) entwickeln und mir ist bewußt, daß ich Fehler machte, die anderen als “Lebensaufgabe” dienen könnten. Heute kann ich voller Klarheit mitteilen, daß die Lebensaufgaben gerecht und der Individualität perfekt angepaßt, verteilt sind.

    Somit achten wir das Gute wie auch das Schmerzliche. Selbstachtung beginnt mit mir und schön ist es wann ich das in einer Gruppe mit ähnlich Gesinnten üben mag.

    Liebe Ahnen, liebe Erdenfamilie (we are one family) fairzeiht mir mein vieles “übertriebenes Klagen”, ich war noch “blind” und “unversöhnlich”. Hab mich “wichtiger genommen als alles andere auf Erden” – ja hochmütig war ich”. Und auch das achte und würdige ich JETZT hiermit als eine Entwicklungsphase in diesem Leben.

    Ab heute achte ich “unser aller Lebensaufgaben” mit einem Meer aus (mehr) Gelassenheit, weil die uns sicher zu bedingunglos liebenden Menschen machen werden!

    Somit nehme ich das Schicksal an und behalte das “für mich” individuelle Gute!
    Den Rest recyclen wir 🙂

    Weiterhin GUTES für dich, liebende Gerlinde im “leicht morbiden – selbstmitleidigen Wien”, wo jammern und klagen “normaler scheint als anderswo”.

    ps: danke für den Artikel – der hat mir heute morgen die Entwicklungsaufgabe gestellt!

    herzliche Grüße
    Anna

  2. Liebe Gerlinde!

    Danke dir für die Botschaft!

    Ja, und niemand hat das R.echt anderen sein Leid (ungefragt) zu er.brechen!
    Es ist wahrlich sehr unangenehm.
    Ich bete für uns alle, dass wir eine aufrichtige und ehrliche, liebevolle Kommunikationskultur entwickeln können = wollen = dürfen! 🙂 Lernen. 🙂

    Heraus auch aus dem Täter- Opferspiel = eigenskreir(r)te Dramen….
    namasté

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