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Wie löse ich eine systemische oder karmische Verstrickung?

Eine Verstrickung liegt immer dann vor, wenn unser Wohlbefinden von einer bestimmten Person so abhängig ist, dass die Selbstbestimmung dabei verloren geht. Das kann sich bei geliebten Familienmitgliedern z.B. als Mitleid anstelle von Mitgefühl äußeren, und wird oft von dem starken Wunsch begleitet, die Situation des anderen anstelle der eigenen zu ändern. Es kann sogar so weit gehen, das eine Person das Schicksal einer anderen nach lebt.

Eine Verstrickung liegt auch dann vor, wenn z.B.: deine Chefin etwas gesagt hat, worüber du dich den ganzen Tag oder sogar länger ärgerst. Dein Denken hat sich an sie gebunden und dich mit ihr verstrickt.

Solange eine Verstrickung vorliegt, wiederholen sich gewisse Situationen immer wieder. Die Energie ist gebunden und wird immer wieder das selbe zu erzeugen. Durch das Lösen der Verstrickung wird die Energie für neue Wege und schönere Erfahrungen frei.

Grundsätzlich erfolgt das Lösen einer Verstrickung durch Einsicht. Kein Karmaheiler, Schamane, Engel oder Gott persönlich kann die Verstrickung lösen, wenn du nicht deinen Anteil zu dir zurück nimmst, und den anderen frei gibst. Die untenstehende Lösungsformel dient zur Unterstützung. Wenn du spürst, dass du noch nicht ganz dazu bereit bist, dich von einer bestimmten Person zu lösen, dann wirkt sie wie ein Leuchtturm, der dir den Weg in die Freiheit zeigt.

Vergebung bedeutet, die Hoffnung auf eine bessere Vergangenheit aufzugeben.

Verbindungen, die auf Liebe und nicht auf Verträgen, Forderungen, Schuld und Ausgleich basieren, bleiben erhalten, bzw. werden sogar gestärkt, weil durch das Lösen der Verstrickung mehr Energie für Gutes und Neues frei wird.

Ich habe folgende Lösungsformel für jede mir nahestehende Person gesprochen. Du kannst dabei deinem Gefühl folgen. Empfehlenswert sind Eltern, (Ex-)Partner, Geschwister und Kinder, sowie alle, die dich in Rage versetzen oder dir Schuldgefühle machen können.

Stell dir vor, die betreffende Person steht dir gegenüber und sprich die folgenden Sätze laut aus. Du kannst die einzelnen Sätze so abwandeln, wie es für dich stimmig ist.

Zum höchsten Wohl von mir _______________
und  zum höchsten Wohl von ___ Person___
und zum höchsten Wohl aller Wesen

Liebe(r) ___ Person___

Kraft der universellen Energie,
durch die ich bin und die ich bin,
und die auch du bist

löse ich hiermit,
alle Verträge, Versprechen, Abmachungen, Schwüre, Gelübde, Flüche, Zauber, Rachepläne, Muster, Glaubenssätze, Energien, Emotionen und was auch immer
uns je unfrei aneinander gebunden und doch getrennt hat,
und auch das, was dazu geführt hat, mich selbst abzulehnen,

sei es aus diesem Leben oder einen früheren.

Ich verzeihe dir, auch das, was ich für unverzeilich hielt,
und ich verzeihe mir, selbst das, was ich mir nie verzeihen wollte.
So gut ich kann.

Ich bitte, dass auch du mir verzeihst.

Ich bitte um Unterstüztung auf allen Ebenen  das dies so schnell, sanft und sicher  wie möglich vollständig und auf allen Ebenen und Dimensionen geschieht.

Du bist frei
und ich bin frei!

Was auch immer zwischen uns vorgefallen ist,
das Gute halte ich in Ehren,
und für das was schief gelaufen ist,
übernehme ich meinen Teil der Verantwortung,
deinen Teil der Verantwortung lasse ich bei dir,
und den Anteil der Verantwortung, der zu anderen als uns beiden gehört lasse ich bei ihnen. 

In Liebe bleiben wir verbunden. *

Segen über alles was war,
Segen über alles was ist,
Segen über alles was sein wird.

So sei es!

*) Falls das nicht stimmig ist:
In Akzeptanz von ___________ (unserer gemeinsamen Zeit, unserem Verwandtschaftsverhälnis, unserer früheren Beziehung, etc. ) bleiben wir verbunden.

 Ich wünsche dir viel Freude mit der frei gewordenen Energie!

Das Schicksal, Verantwortung und falsch verstandene Liebe

Was bedeutet “Das Schicksal achten”?

„Ich achte dein Schicksal“ ist einer der heilsamsten Sätze, um sich aus Verstrickungen zu befreien. Aber was bedeutet das nun? Schließlich heilen ja nicht die Worte, sondern die Absicht dahinter.

Kinder übernehmen oft unbewusst die Verantwortung für die Überforderung, Krankheiten oder das eventuell ablehnende, urteilende Verhalten der Eltern.

Das Kind glaub, es sei „Schuld“ wenn der Papa schreit, oder es sei dafür verantwortlich, dass Mama so gestresst und depressiv ist. Das kostet dem Kind Lebenskraft und wenn das Muster nicht gelöst wurde, treten im Erwachsenenalter häufig Rückenbeschwerden auf.

Der Sohn oder die Tochter „trägt“ zu schwer.

 

Wie ist das mit der Verantwortung

Zum achten des Schicksals gehört es, die Verantwortung für dessen Gefühle, Bedürfnisse, Worte und Taten bei dem betreffenden Menschen zu lassen.

Nicht wenige Opfer von emotionaler oder physischer Gewalt quälen sich noch Jahre später mit Fragen, wie

  • Warum hat sie mich so oft angeschrien?
  • Warum hat sie nie etwas gutes an mir gefunden
  • Warum hat er mich geschlagen?

All diese Fragen, fragen nach einer Antwort auf das Verhalten des anderen. Für etwas verantwortlich zu sein, bedeutet dass die Antwort auf die Fragen bei der betreffenden Person liegt.

Wer ist also für, dafür verantwortlich dass deine Mutter dich angeschrien hat?
Genau: Deine Mutter.

Wer ist dafür verantwortlich, dass du dich damit in der Gegenwart selbst quälst, was in der Vergangenheit passiert ist.
Genau: Du

Also, ein wichtiger Teil von „das Schicksal achten“ ist, die Verantwortung bei der betreffenden Person zu lassen. Deine Eltern sind dafür verantwortlich was sie getan oder nicht getan haben. Du bist dafür verantwortlich, wie du damit umgehst.

Jeder, so gut er konnte

Ein weiterer, wichtiger Aspekt ist, die Urteile darüber, wie die Person hätte handeln oder sein sollen, fallen zu lassen.

„Jede Person handelt unter Anbetracht ihrer Fähigkeiten und Einschränkungen IMMER so gut sie kann.“

Mir sind schon viele Menschen begegnet, die dazu neigen, weil sie selbst in einer bestimmten Situation besser handeln könnten, den andern zu verurteilen. Oft fallen Sätze, wie

  • Er ist zu faul
  • Sie simuliert doch nur
  • Es kann doch nicht sein, dass so eine Kleinigkeit nicht erledigt werden kann.

Wenn man sich noch nicht viel mit sich beschäftigt hat, können sich diese Urteile als wahr anfühlen. Die Annahme, und das ist es: eine Annahme, dass jeder immer so gut tut, wie er kann, ist keine Entschuldigung oder Rechtfertigung.

Wenn es dir schwer fällt, mit der Idee etwas anzufangen, dann lade ich dich zu folgender Übung ein:

Beobachte deine eigenen Gefühle, wenn du denkst:

  • Er ist ein Versager und hätte es zu mehr bringen können, wenn er sich mehr angestrengt hätte.

Und nun achte auf deine eigenen Gefühle, wenn du denkst:

  • Er hat gemacht was er konnte. Auch wenn ich in seiner Situation mehr hätte leisten könnten, hat er das beste gemacht, was für ihn möglich war.

Mit welchen Gedanken geht es dir besser?

Falsch verstandene Liebe und die eigene Größe

Gerade, wenn man aus alten, tradierten Mustern ausbrechen will, melden sich oft massive Widerstände. Diese könnten von außen kommen, oder schon so internalisiert worden sein, dass es keinen Kommentar von außen braucht.

Einer, wenn nicht der wichtigste Aspekt, von „das Schicksal achten“ ist, zu erkennen, das die Geschichte, Erfahrung und Lebensweise der Eltern und weiteren Vorfahren erst ermöglicht hat, die Energie und Kraft für neue Wege zu haben.

Falsch verstandene Liebe, wie auch Ablehnung haben den selben Effekt. Sie führen zur Wiederholung der Muster und Strategien. „Das Schicksal achten“ bedeutet auch das Leid, die schlechten Entscheidungen und Ängste bei der Person zu lassen und sie zu respektieren, ohne ihr das abnehmen zu wollen. Damit lässt man dem Menschen seine Größe. Und dem anderen seine Größe zu lassen, ist essentiell dafür, auch seine eigene Größe leben zu können.

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