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Dämonen füttern statt bekämpfen !?!? – JA

Vor kurzen viel mir das Buch „Den Dämonen Nahrung geben“ in die Hände. Ich hab das Buch regelrecht verschlungen und möchte dir hier nun meine Erfahrungen damit schildern.

Die Autorin, Tsültrim Allione, ist Amerikanerin und adaptierte eine die Technik des Dämonen fütterns aus dem tibetischen Buddhismus für den Westen.

Dämonen?

Sie versteht unter einem Dämon alles was uns hindert frei und glücklich zu sein: Ängste, Süchte, Krankheiten, Sorgen, Emotionen.

Sie sagt es sei eine wirkungsvolle und hoch praktikable Technik um alltägliche seelische Konflikte zu lösen und Freiheit und inneren Frieden zu gewinnen. … und sie hat recht 🙂

Ich teilte schon bevor ich ihr Buch gelesen habe ihre Ansicht, unangenehme Gefühle, Krankheiten, Süchte und Beschwerden nicht etwas ist, dass man Bekämpfen oder Austreiben muss.

Ein Dämon ist alles was uns daran hindert frei zu sein!

Ich sehe unangenehme Gefühle, Krankheiten, Süchte und Beschwerden als die beste Ausdrucksform, die die Seele zu dem Zeitpunkt hat, um auf etwas wichtiges hinzuweisen. Niemand würde auf die Idee kommen, die Öl-Warnlampe im Auto zu „bekämpfen“, weil sie leuchtet. Aber dennoch bekämpfen wir unser Übergewicht, unser Kopfweh, unsere Angst, unsere Depressionen etc.

Engel und Dämon

Ohne die Ursache gelöst zu haben, wird das Symptom nur stärker, oder es verschiebt sich. Vielleicht rauchst du weniger, isst aber mehr, oder umgekehrt. Dämonen füttern zielt darauf ab, die Ursache zu heilen. Und zwar nachhaltig.

 

Meine persönliche Erfahrung

Als ich die Methode das erste mal ausprobierte arbeitete ich mit meiner inneren Unruhe, die sich seit einigen Wochen wieder stärker meldete. Ich folgte der Anleitung und bald saß mir ein grünes, schleimiges, strubbliges, rundes „Monster“ mit herabhängenden Mundwinkeln gegenüber. Es war weit mehr Mitleid erregend als bedrohlich.

Ich stellte die Fragen und wechselte dann in die Position des „Monsters“. Es konnte mich kaum ansehen und wollte von mir „Gar nix“. Es konnte mich kaum ansehen. Die Antwort auf „Was brauchst du?“ überraschte mich. Es brauchte Zeit zum Trauern. Dann würde es sich ruhig und friedlich fühlen.

Dann ging ich mit meinem Bewusstsein in die Beobachterposition und visualisierte das mein Körper zu einem Nektar aus Ruhe und Frieden wird, an dem sich das „Monster“ satt essen kann.

Während es aß wurde es zunehmen fröhlicher und verwandelte sich in einen Frosch. Er sagte, er wolle mich unterstützen in dem er mit mir still am Wasser sitzt.

Die nächsten Tage ging ich so oft wie möglich zu einem nahen Teich und rief mir das friedliche Gefühl ins Bewusstsein, das ich nach dem Dämonenfüttern hatte.

Anmerkung:
Meine Oma war vor wenigen Wochen gestorben. Ich konnte ihren Tod gut annehmen. Es zeichnete sich schon seit ca. 2 Jahren ab, dass sie gehen würde. Sie ist im Krankenhaus friedlich eingeschlafen und ich konnte mich gut von ihr verabschieden. Ihr Tod brachte jedoch alte, verarbeitete Verluste wieder an die Oberfläche.

Erfahrungen mit KlientInnen

Die Methode funktioniert bei den meisten erstaunlich schnell und gut. Ich durfte begleiten, wie aus Satan persönlich innerhalb weniger Minuten Erzengel Michael wurde, oder wie aus der unnahbar, weit entfernten Schönen, eine gute Freundin wurde und noch einiges mehr.

Ich empfehle dennoch zuvor Verstrickungen im Familiensystem zu klären und eventuell Versprechen, Schwüre, Eide etc. aufzulösen, die bewirkt haben könnten, dass man einen Teil von sich selbst so ablehnt, dass er zum Dämon wird.

Eine Klientin sah sich einem riesigen Richter gegenüber. Nachdem sie die mit dieser Formel eventuelle Versprechen, Schwüre, Eide und Flüche gelöst und sich selbst vergeben hatte, schrumpfte der Richter auf menschliche Größe und lies sich schnell mit bedingungsloser Akzeptanz sättigen.

So fütterst du deine Dämonen – Die Methode

Vorbereitung

  • Stelle zwei Sessel gegenüber auf. Wähle eine Entfernung, die sich für dich Ok anfühlt. Auf dem einen Sessel wirst du Platz nehmen und auf den anderen deinen Dämon visualisieren. Du kannst natürlich auch Sitzkissen verwenden, wenn dir das lieber ist.
  • Nimm auf einem Sessel Platz.
  • Formuliere deine Absicht, dass das was geschieht zum höchsten Wohl von dir und aller Wesen geschieht.
  • Nimm 9 bewusste Atemzüge um dich zu entspannen und in deinem Körper anzukommen.
  • Wähle mit welchem Dämon du arbeiten möchtest. Das kann dein Heißhunger, deine Prüfungsangst, dein Kopfweh, oder jede andere Unannehmlichkeit sein.

Schritt 1: Finde den Dämon

  • Konzentriere dich auf dem Dämon und nimm wahr, wo im Körper du ihn am stärksten spürst.
  • Mach dir so viele Eigenschaften der Empfindung wie möglich bewusst. Dabei helfen Fragen wie:
    Wenn das Gefühl eine Farbe (Größe, Form, Geruch, Temperatur, Oberflächenbeschaffenheit, Klang) hätte, was für eine wäre das?

Schritt 2: Personifiziere den Dämon und frag was er braucht

  • Lass dich überraschen, wie dir das Gefühl erscheint, wenn es ein Wesen mit Augen, Mund, Armen und Beinen wäre, dass dich anschaut
  • Achte darauf so viele Eigenschaften wie möglich zu erkennen: Farbe, Hautbeschaffenheit, Geschlecht, Größe, Charakter, Gemütszustand, Gesichtsausdruck und sonstige Besonderheiten.
  • Stelle dem Dämon die folgende Fragen hintereinander. Warte nicht auf die Antwort.
    Was willst du von mir?
    Was brauchst du?
    Wie fühlst du dich, wenn du bekommen hast, was du brauchst?
  • Wechsle nun sofort auf dem Platz des Dämons.

Schritt 3: Werde der Dämon

  • Setze dich auf den Platz den Dämons und erlebe wie es ist für kurze Zeit in seine Haut zu schlüpfen
  • Beobachte, wie dein normales Ich aus Sicht des Dämons aussieht.
  • Beantworte nun als Dämon die Fragen:
    Ich will von dir, dass …
    Ich brauche …
    Wenn ich bekommen habe, was ich brauche, dann fühle ich mich …

Schritt 4: Den Dämon füttern und dem Verbündeten begegnen

  • Setzt dich wieder auf deinen ursprünglichen Platz und sieh den Dämon an
  • Gehe mit deinem Bewusstsein in die Beobachterposition. Sie dir also von oben oder von der Seite an, wie du dem Dämon gegenüber sitzt
  • Visualisiere, dass dein Körper zu Nektar mit dein Eigenschaften des Gefühls wird, das der Dämon hat, wenn er bekommen hat, was er braucht.
  • Füttere den Dämon, bis er vollkommen satt ist. Manchmal will der Dämon auch im Nektar baden, oder ihn einatmen.
  • Wenn nun ein Wesen den Platz des Dämons eingenommen hat, frag es ob es dein Verbündeter ist. Wenn nicht bitte darum, dass ein Verbündeter erscheint.
    Nimm den Verbündeten in seinen Einzelheiten wahr.
    Stell ihm eine oder alle der folgenden Fragen
    Wie wirst du mir helfen?
    Wie wirst du mich beschützen?
    Wie kann ich Kontakt zu dir aufnehmen?
  • Setze dich nun auf den Platz des Verbündeten und antworte auf die Fragen:
    Ich werde dir helfen, indem …
    Ich beschütze dich durch …
    Du kannst mich rufen, indem …
  • Nimm deinen ursprünglichen Platz wieder ein und spüre den Schutz und die Unterstützung, die dir der Verbündete gewährt.
  • Stell dir dann vor, dass der Verbündete mit dir eins wird.
  • Du und dein Verbündeter lösen sich im leeren Raum auf.
  • Dadurch kommst du ohne weiteres Zutun zu Schritt 5.

Schritt 5: Ruhe im Gewahrsein

Verweile in dem Zustand, der sich einstellt wenn du und dein Verbündeter eins werden und sich beide im leeren Raum auflösen. Meditiere solange du möchtest.

Ergänzungen

Auch Sehnsüchte und Gedanken wie „Wenn ich nur den richitgen Partner/Job/Wohnort/… hätte, wäre alles gut.“ lassen sich auf diese Weise bearbeiten. Die Autorin spricht in diesem Fall von Abgöttern, die nur eine andere Erscheinungsform von Dämonen sind.

Ich empfehle dir bevor du mit dem Dämonen füttern beginnst dir folgende Artikel durchzulesen.
Liste von Bedürfnissen um mehr Vokabular dafür zu haben, was der Dämon brauchen könnte
Raus aus der Opferrolle um Verstrickungen mit den Eltern zu klären und die Verantwortung für die eigenen Gefühle zu übernehmen
Auflösen von Verstrickungen um Versprechen, Schwüre, Gelübde, … die zur Selbstablehnung geführt haben, aufzulösen.