Mitgefühl vs. Mitleid

Der Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl

Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl. Mitgefühl ist ein weiches, warmes Gefühl, das einen erfasst, wenn man mit der Not anderer konfrontiert ist. Mitgefühlt zu empfinden ist etwas angenehmes. Es macht das Herz weit.

Mitleid ist in erster Linie Leid, und zwar das eigene. Mitleid entsteht, wenn du dir vorstellst, wie sehr du in der Situation des anderen leiden würdest, und diesen Schmerz dann spürst. Mitleid ist unangenehm und verleitet nur all zu leicht, entweder die Augen zu verschließen oder so schnell wie möglich “etwas machen” zu müssen.

Mitleid bedeutet nicht das Leid des anderen spüren

Das empfunden Mitleid muss dabei bei weiten nicht dem tatsächlichen Leid empfinden der bemitleideten Person entsprechen. Das Bild einer Frau, die sich als Prostituierte betitelt, kann tiefes (Mit)leid auslösen. Auch wenn diese 100x beteuert, dass sie sehr zufrieden mit ihrem Leben ist. Viktor Frankl schreibt in seinem berühmten Buch über seine Zeit im Konzentrationslager “… trotzdem Ja zum Leben sagen“, dass er das Foto von den abgemagerten Menschen auf den Holzpritschen nicht mit Schrecken und Leid assoziiert, sondern mit Erleichterung. Diese Menschen im Krankentrakt blieben von der harten Arbeit zeitweilig verschont.

Niemand kann sagen, wie sich ein anderer tatsächlich ein einer Situation fühlt.

Niemand kann sagen, wie sich ein anderer tatsächlich ein einer Situation fühlt. Dennoch scheinen manche gerade süchtig danach zu sein, mit dem Schicksal anderer mit zu leiden.

Was steckt hinter diesem Hang zum Mitleid?

Die häufigste Ursache für diesen Drang ist das subtile Gefühl, dass das was man selbst erlebt nicht wichtig genug ist. Es mag sich unter Langeweile, Ängstlichkeit oder anderem verstecken, aber darunter ist dieses subtile Gefühl, nicht wichtig genug zu sein, aufgetaucht.

Ich hab schon öfters erlebt, dass eine Klientin oder ein Klient in einer Aufstellung meinte: “‘Ich achte dein Schicksal!’ Wie oft soll ich das denn noch sagen!?” aber auf “Ich achte mein Schicksal.” mit “Oh, das ist neu.” reagierte.

Es scheint ein weit verbreitetes Muster zu sein entweder andere wichtiger als sich selbst zu nehmen, oder egoistisch zu sein. Mitleid ist hier eine Form von kaschierten Egoismus. Etwa nach dem Motto “Da das was ich selbst erlebe nicht wichtig genug für das was ich empfinde ist, nutze ich das Schicksal anderer um einen Grund zu haben den Schmerz zu fühlen, den ich nun mal fühle.”

Wer mitleidet ist nicht offen, für das was der andere tatsächlich fühlt und braucht. Der andere dient nur als Ego-Erweiterung des Mitleidenden.

Viele leben ihre Gefühle, als müssten diese gerechtfertigt werden. “Wenn jemand nahestehendes gestorben ist, dann darf ich 2 Wochen traurig sein. Aber einfach so, scheinbar ohne Grund … das geht nicht.” Doch.

Mein eigenes Schicksal ist wichtig genug!

Wenn man seinem eigenen Schicksal genug Gewicht gibt, öffnet dies die Tür zu echtem Mitgefühl. Das eigene Schicksal reicht als Begründung für die eigenen Gefühle vollkommen aus.

Trost

Plagt dich der Schweinehund?

Dann mach mit bei der Schweinehund-Challange und erhalte 8 Tage lang lustige, komische, aufschlussreiche Anregungen und Aufgaben GRATIS um Frieden mit deinem inneren Schweinehund zu schließen!
Vorname
E-Mail

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.